Beginenforschung

 

Beginen gibt es seit mehr als 900 Jahren. Diese spirituelle Frauengemeinschaft verbreitete sich über die Jahrhunderte innerhalb Europas und verkörperte verschiedenste Lebensmodelle. Sie schaffte in einer von Männern dominierten Welt einen Rahmen der freien Entfaltung für spirituelle Entwicklung, die es sonst für Frauen in der Zeit nicht gab. Sie waren angesehen, da sie als wohltätige Kraft in Städten und Gemeinden Arbeiten der Pflege, Betreuung, Sterbebegleitung, Seelsorge, Heilkunde und mehr übernahmen.

Aber auch im Handwerk traten sie selbstbewusst auf, sodass sich eine wunderbare weiblich-spirituelle und gleichzeitig zutiefst praktische Lebensart herausbilden konnte. Sie wohnten zusammen in Höfen, meistens in Kirchennähe, und blieben unverheiratet. Man konnte jederzeit diesen freien Ordensstand verlassen, war also in jeder Hinsicht ungebunden und frei für eine individuelle Entwicklung.

Im 13. Jahrhundert dann begannen die Schwierigkeiten mit der Kirche, und am Ende wurden die Beginen verfolgt, verbrannt oder zwangsweise in kirchlichen Orden untergebracht. Dass sich diese Bewegung bis heute gehalten hat, grenzt an ein Wunder. Doch wollen wir nicht verheimlichen, dass sie beinahe ausgerottet wurde und nur dank des Einsatzes vieler Frauen in die Neuzeit gerettet und wiederbelebt werden konnte.

 

Eine gute Sammlung von verschiedensten Texten, Forschungsergebnissen und geschichtlich einwandfreier Dokumentation über die Beginenbewegung findet man auf der Seite "Beginen-Netzwerk".

Wer sich interessiert für die hochinteressante Entwicklungsgeschichte dieser spirituellen Frauenbewegung wird hier viele Informationen und Anregungen finden können.