von Manuela Schindler (C)

 

Die unsterbliche Seele in uns ist in ihrer Beschaffenheit rein, lauter, tugendhaft und verkörpert nur das Beste, was wir uns vorstellen können. So wurde sie von Gott geschaffen, und das ist ihr Wesen.

Die sterbliche Persönlichkeit (das Ego) hingegen ist nur ein zeitliches Gewand. Durch das bringt die Seele ihr Wesen zum Ausdruck, um das Gute, was sie ist, in der Welt sichtbar zu machen. So wird sie zum aktiven Mitschöpfer und trägt zur Vermehrung des Guten auf der Welt bei, um das bereits vorhandene Gute zum Besseren zu führen, oder dabei zu helfen, das nicht so Gute besser zu machen.

Die Person ist nicht die Seele! Dies darf nie verwechselt werden, sondern sollte in Erinnerung bleiben mit den Worten Goethes “Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust.“ Immer dem besseren, edleren Teil in uns zu folgen und dem nicht so Guten nicht nachzugeben, nennt man „das Erwachen“.

Mit kleinen Schritten, jeden Tag, das Glück und die Freude der Seele durch uns in die Welt zu lassen, macht glücklich. Auch wenn man nicht so viel Glück hat im Leben, werden diese kleinen Schritte helfen, das Leben aufzuhellen und Wärme zuzulassen. Wenn man sich der unsterblichen Seele in sich zuwendet, wird das Leben verwandelt und die vielen Probleme der Persönlichkeit relativiert.

Und darum soll es hier gehen.

(Der nachfolgende Text ist eine Zusammenfassung unseres Adventskalenders 2019 und passt gerade  in Zeiten der Corona-Krise besonders gut. Mit diesen Schritten kann man der Erde und der Menschheit gut helfen, natürlich nur ergänzend zu den gesetzlich vorgegebenen Verhaltensweisen!)

 

 

Vieles liegt auf unserer Welt im Argen, und sehr viel muss noch getan werden. Durch die überwiegend schlimmen Nachrichten jedoch wird oft verdeckt, was an Gutem bereits erreicht wurde, und das ist beachtlich! Mitschöpferisch tätig zu sein, erfordert Kraft und Mut, und vor allem den Glauben an den Sinn des eigenen Tuns. Da alles im Geist beginnt, gilt es, den zu befreien. Daher ist die heutige Herausforderung, nur auf das Gute zu achten, es zu sehen und zu registrieren. Dieses ist ein bewusster Speichervorgang im Geist, der auch auf das Kollektiv übertragen wird. Das stärkt und hilft beim Erwachen.

Um zu prüfen, wie erfolgreich man dabei gewesen ist, empfiehlt sich am Abend eine Rückschau.

 

 

 

Wenn unser Sprechen farbig sichtbar wäre: Welche Farben würden wir in die Welt hineinsprechen wollen? Gute Worte sind hell und farbig wunderschön. Negative Worte sehen hingegen giftig und düster aus. Wir geben mit unseren gesprochenen Worten aber nicht nur Farbe an die Mitwelt ab, sondern auch Schwingung und Bedeutung, Heilung oder Zerstörung. Damit gestalten wir unsere Umgebung, die auch auf uns eine unmittelbare Wirkung hat.

Wer es einmal ausprobiert, und nur Gutes spricht, und das nicht so Gute nur dann sagt, wenn es dem Guten dient, wird am Ende des Tages sehr zufrieden sein. Auf jeden Fall dient diese Übung dem Erwachen, weshalb man am Abend Rückschau halten sollte, wie gut es einem gelungen ist.

 

 

 

 Was wir lesen, wird automatisch durch unseren Geist in Schwingungen übersetzt, die eine große Wirkung auf uns und unsere Mitwelt haben. Daher kann es dem Erwachen hinderlich sein, wenn man gern schreckliche Dinge liest. „Womit du dich befasst, das bist du!“, sagt der Volksmund. Doch steckt noch sehr viel mehr Bedeutung darin. Wer gern Gutes liest weiß, dass es geistige Nahrung ist und dem seelischen Wohlbefinden dient! Je gehaltvoller, desto besser.

Heute gilt es, alle Kritikliteratur und negativen Postulate zu meiden und stattdessen nahrhafte und aufbauende Schriften zu lesen.

Am Abend wird man merken, dass man sich deutlich besser fühlt als sonst und dem Erwachen so einen großen Schritt näher kommen kann.

 

 

 

"Krieg beginnt im Kopf!" So begann kürzlich ein Berufssoldat einen erschütternden Vortrag über die Weltlage. Wie recht er hat! Denn Gedanken sind mit mächtigen Energien unterlegt, die Realität erschaffen, und zwar zum Guten oder Bösen. "Energie folgt den Gedanken" ist ein alter spiritueller Lehrsatz, der für jeden Menschen sehr wichtig sein sollte. Gedanken bestimmen über Gesundheit und Lebensverlauf, und können ein geistiges Erwachen sogar verhindern. Sicherlich mag es für den Anfänger schwierig sein, seine Gedankenwelt kennenzulernen.

 Doch wer das bereits beherrscht, kann Einfluss auf sie nehmen, auch in komplizierten Situationen.  Gute Gedanken haben eine hohe Frequenz, weshalb der Körper und das Immunsystem sofort kräftiger werden. Negative Gedanken hingegen schwächen sowohl Körper und Immunsystem als auch den Geist.

Daher gilt es heute (und eigentlich immer), das negative Denken zu entlarven und gute Gedanken gegenzuhalten. Das bedeutet manchmal, innerlich zu ringen. Aber das ist nicht schlimm, sondern ein zutiefst konstruktiver Prozess. Schon recht schnell spürt man Verbesserung der Tagesqualität, weshalb am Abend eine Rückschau empfohlen wird.

 

 

 

 Was wir essen, trägt sehr dazu bei, wie leicht unsere Seele sich durch unseren Körper auszudrücken vermag. Je schwerer die Schwingung der Nahrung ist, desto schwerere Atome zieht der Körper an. Das funktioniert ebenso umgekehrt: Je reiner und feiner die Nahrung ist, desto leichtere und feinere Atome werden in den Körper integriert. Die Feinheit der körperlich-atomischen Beschaffenheit entscheidet wesentlich mit darüber, inwieweit das Erwachen der Seele möglich ist! Denn es geht hier letztlich nicht nur um die physischen Atome, sondern auch um die energetischen Folgewirkungen auf die feineren Körpersysteme!

Tierische, leidbehaftete und unredlich hergestellte Lebensmittel heute mal meiden. Am besten sollte man das möglichst oft oder immer tun, wenn man an einem echten Seelenerwachen interessiert ist. 

 

 

 

An Geburts- und anderen Feiertagen verschenkt man an seine Lieben kleine Gaben der Liebe. Heute ist ein guter Tag, um auch anderen Menschen Gutes zu tun, was über die uns Nahestehenden hinausführt. Gutes tun, das ist mehr als Geschenke zu kaufen. Gutes tun ist ein Lächeln für traurige Menschen übrigzuhaben, ein „Danke“ auszusprechen oder zu schreiben an diejenigen, die uns geholfen oder inspiriert haben, Anerkennung zu geben und Lob. Die Schwingung dieser Gesten ist so überragend hoch, mehr geht nicht! Wer also das Erwachen der Seele fördern möchte, kann das gar nicht oft genug tun.

 

 

 

Die Töne, die wir aufnehmen, haben eine sehr große Wirkung auf uns. Sogar wissenschaftlich wurde inzwischen bewiesen, dass harte Klänge eine verheerende Wirkung auf das Gehirn und die Nerven haben. Im Spirituellen sagt man, dass das ganze Körpergefüge damit durcheinandergebracht werden kann.

Das funktioniert natürlich auch umgekehrt: Feine, ruhige und schöne Töne haben positive Wirkungen auf uns und heben die Gesamtschwingung automatisch an. Man kann zwar leider nicht immer schöne Töne in unserer modernen Zivilisation hören, aber man selbst kann entscheiden, was man hören möchte und was nicht. Von Ohropax bis hin zu schöner Musik kann man viel tun, um die Gesamtbefindlichkeit zu harmonisieren, was dem Erwachen der Seele zutiefst dienlich sein wird.

 

 

 

Harmonie bedeutet, in Einklang sein mit sich selbst, der Mitwelt und den Ereignissen um einen herum. Das ist in der modernen Welt mit ihren vielfältigen Reizungen leider nicht so ohne Weiteres zu erreichen. Vor allem, wenn man das Erwachen der Seele bewirken möchte und allein deshalb schon Harmonie anstrebt.

Die Hinweise der vergangenen 7 Tage helfen dabei, trotz schwierigster Umstände eine tragfähige Grundharmonie herzustellen. Auf der kann man gut aufbauen. Wenn man noch nicht alle 7 Schritte umsetzen konnte, reicht schon „sprich Gutes“ aus, um eine Grundharmonie herzustellen, auch wenn die noch sehr anfällig ist und nur von kurzer Dauer. Einen schönen Tag mit seinen Lieben bekommt man damit auf jeden Fall hin.

 

 

 

Jeder Mensch braucht etwas, woran er glauben kann. An etwas zu glauben bedeutet, dass das ganze Leben darauf ausgerichtet wird. Jede Entscheidung basiert darauf und jede Handlung wird davon bestimmt. Glaube ist also nicht etwas rein Passives in uns, sondern zutiefst aktiv! Daher ist es wichtig, einen guten Glauben zu haben. Zumal wirklich jeder Schritt, den wir gehen, in eine bestimmte Richtung führt. Vor allem geistig! Der Glaube an etwas bestimmt, ob man vor und zurück, im Kreis oder im Zickzack läuft. Einige streben himmelwärts, andere direkt in die Unterwelt. Mit unserem Glauben ist also ein Lebensziel verbunden, auch wenn das nicht immer offensichtlich ist!

 

 

 

Jeder Mensch darf ständig wählen und sich entscheiden. So auch bei den Gefühlen. Man muss nicht stehen bleiben in alten Gefühlen, man muss ebenfalls nicht akzeptieren, wie die momentane Gefühlslage ist! Wer sich das Recht auf Wahlfreiheit gestattet, kann auch die Gefühle auswählen. Man kann negative Gefühle abmildern und verwandeln, indem man die Richtung des Denkens wechselt. Man kann sie getrost mal ignorieren und einen Wohlfühltag einlegen. Sicherlich ist es nicht immer leicht, aber wenn man es hinbekommt, ist es wunderbar. Es strahlt auf die Welt aus und sorgt dafür, dass das Morgen besser sein wird.

 

 

 

Im Internet, bei Facebook und anderen, wird vieles eingestellt, was eigentlich nicht dorthin gehören sollte. Das trägt zur Verschlechterung des Umgangs miteinander bei, der Ton wird rauer und die Sprache immer gewöhnlicher. Gewalt nimmt zu und Würdigung ab. Dem kann man gezielt entgegenarbeiten, indem man besonderes Gewicht darauf legt, nur noch wirklich Gutes zu teilen.

Ebenso verhält es sich mit Überfluss des Guten im persönlichen Besitz, den man gern teilen darf mit Menschen, denen es nicht so gut geht. Wer sich aktiv einbringt, wird das Erwachen der Seele damit sehr fördern. Die Seele will von ihrer Beschaffenheit her nur das Gute (mit)teilen und fördern, denn sie IST gut!

 

 

 

Es gibt viele Menschen, die sich für das Gute einsetzen! Die den Mut haben, den unzähligen Schrecken dieser Welt direkt ins Angesicht zu blicken und zu helfen, wo es nötig ist. Man muss nicht immer eine große Spende geben, denn das kann nicht jeder. Trotzdem kann man diese mutigen Menschen belohnen für ihren Einsatz, indem man ihnen Danke sagt und sie wissen lässt, wie wichtig ihr Tun ist. Und dass man hofft, dass sie weitermachen. Das macht Mut und schenkt ihnen Kraft. Solch eine Anerkennung ist meiner Meinung nach ein weit wertvolleres Geschenk als Geld und Güter! Dem Erwachen der Seele ist ein solches Tun ebenfalls absolut förderlich!

 

 

 

Geld kann man nicht essen, das weiß man. Geld kann fördern aber auch zerstören, auch das ist bekannt. Unser Konsum entscheidet maßgeblich mit, ob das Geld dem Schöpfungserhalt dient oder nicht. Als erwachte Seele kann man nicht mehr kaufen oder konsumieren, was schlecht ist oder mit Leid behaftet. Als erwachende Seele kann man das zwar noch, bekommt aber umgehend ein schlechtes Gewissen. Das sind die ersten Merkmale, dass man im Erwachen befindlich ist! Also ein sehr gutes Zeichen. Mit jedem Kauf entscheidet man sich für Weltwohl oder Weltzerstörung. Das ist eine hohe Verantwortung. Diese anzunehmen trägt zum Erwachen der Seele ebenfalls bei!

 

 

 

Tagtäglich treffen wir unzählige Entscheidungen. Manchmal Große, meistens nur unzählige winzig Kleine. Viele kleine Schritte führen auch zum Ziel, solange sie gut gesetzt und zielgerichtet sind. Das betrifft insbesondere auch die kleinen Entscheidungen. Oft trifft man sie spontan und prüft nicht, ob sie dem Guten dienen. Wenn man das aber übt, wird es irgendwann zur Gewohnheit. Dann darf man sicher sein, dass man mit jeder Entscheidung, und sei sie auch noch so unbedeutend, zur Erreichung der Seelenziele und damit gleichzeitig zum Weltwohl beiträgt! Das wird das Erwachen der Seele fördern und nebenbei das Leben erheblich verbessern.

 

 

 

Wirklich Gutes zu erkennen, ist nicht immer leicht. Wir sind viel zu sehr trainiert darauf, das Ungute zu registrieren und das Gute eher beiläufig wahrzunehmen. Wenn überhaupt. Außerdem gibt es viel Täuschung auf dieser Welt, die Gutes vorgaukelt, wo es gar nicht ist, und so das wirklich Gute verdeckt. Doch wer sensitiv dem Guten nachspürt, wird es finden. Dann heißt es, sich darüber zu freuen oder es zu genießen. Im Guten ist eine wunderbare und nahrhafte Energie enthalten, die dem Erwachen der Seele zutiefst förderlich ist. Wenn man das Gute entdeckt hat, sollte man es dankbar genießen und sich darüber freuen!

 

 

 

Hat man das von Tag 1 bis 15 benannte Gute in seinem Leben integriert und sich daran gewöhnt, ist alles zur zweiten Natur geworden. Der Mensch wird jetzt sehr schnell bemerken, wenn er vom gewählten Weg abweichen wird. Die subtilsten weniger guten Dinge, Worte, Gedanken und Taten werden lauter, sind fortan nicht mehr zu ignorieren. Die Seele ist erwacht und will beginnen, mit ihrem geläuterten Menschen zu arbeiten und gemeinsam mit ihm und durch ihn mitschöpferisch zum Weltwohl beizutragen. So soll das menschliche Leben geheiligt und rechtfertigt werden. Eine aufregende Zeit beginnt, denn Grenzen werden überschritten und der Weg führt ab sofort vom Guten zum Besseren. Dabei zu unterstützen ist das Anliegen der letzten Tage in diesem Kalender.

 

 

 

 

Das Leben auf der Erde ist ein Geschenk Gottes an uns;

was wir daraus machen ist unser Geschenk an ihn.

(Aus den Phoenix-Bewusstseinskarten)

 

Das Leben auf der großen Baustelle Gottes, so nenne ich die Erde, ist nicht leicht. Man hat Schwierigkeiten zu überwinden, die man lieber nicht hätte. Wir nennen das Schicksal, wenn wir es nicht ändern können. Doch wenn wir einen neuen Blick dafür bekommen, kann sich selbst unvermeidbares Schicksal positiv verändern. Dafür müssen wir einen Standpunktwechsel vollziehen und unsere Identifizierung mit dem menschlichen Ego loslassen.

In Wahrheit hat unsere Seele ihre Heimat im Geiste (im Himmel). Um aber den göttlichen Auftrag der Mitschöpferschaft zu erfüllen, sendet sie einen kleinen Teil von sich selbst mittels eines Strahles auf die Erde, ummantelt ihn auf dem Weg dorthin mit einem menschlichen Ego (da ansonsten ein Leben auf der Erde nicht möglich wäre) und überwacht den Fortgang der Entwicklung. Irgendwann kommt der Moment, da ist der Mensch zur Zusammenarbeit bereit und die Seele intensiviert ihren Kontakt. Wir sind diese Seele, ihr ähnlich, und sind nicht allein der sterbliche und wandelbare Mensch. Wenn man das ganz tief in sich einlässt, verändert sich beinahe alles.

Doch erst muss man verstehen, wie es sich wirklich verhält mit dem Leben auf der Erde, und dass wir Menschen wichtige Bauleute Gottes sind, bevor sich das Leben nachhaltig verändern kann.

 

 

 

 

Frei zu sein ist eine der größten Sehnsüchte der Menschen. Da das nicht einfach machbar ist, wird der Begriff der Freiheit kurzerhand uminterpretiert. Schnelles Fahren, Fliegen und diverse Sportarten werden mit diesem Begriff beschrieben, obwohl nicht die Spur von Freiheit damit verbunden ist. Auch kaufen zu können was man will, ist KEINE Freiheit. Eher das Gegenteil. Freiheit, wahre Befreiung ist eine zutiefst spirituelle Angelegenheit und kann nur durch geistige Kraft bewirkt werden. Wenn man hingegen sein Menschsein betont, wird man immer unfrei bleiben, egal, wie schnell man Auto fährt oder wie viel Geld man hat. Wenn man jedoch zur Seele erwacht, kommt man wirklich frei! Aber erst dann!

 

 

 

Das eigene So-Sein, die Ereignisse im Leben, mit denen man ringt und die globale Situation zu akzeptieren ist nicht leicht. Man muss auch nicht einverstanden sein mit vielen Begebenheiten, die man auf dieser Welt so vorfindet. Wenn man die Situationen aber zu akzeptieren lernt als Möglichkeiten, das Gute auf dieser Welt zu mehren, hilft das.

Wenn man hingegen einen befreiten Geist hat und das Bild des Bauarbeiters Gottes oder des Mitschöpfers als identitätsstiftend angenommen hat, verändert sich alles. Dann ist man Mitarbeiter, und nicht mehr einfach nur am Leben und Opfer des Lebens. Wer das erkennen kann, der ist bereits zur Seele erwacht!

 

 

 

Um vollständig als Seele zu erwachen, ist eine Lebensrückschau angebracht. Wer war ich – was bin ich heute? Welche Schwierigkeiten musste ich meistern, wo waren meine Erfolge – wo meine Niederlagen? Vielleicht am wichtigsten ist die Beantwortung der Frage, welcher Auslöser zum Wunsch nach Erwachen und zur Gottesnähe geführt hat? Können wir aus ganzem Herzen dankbar sein und vergeben, oder ist dort noch etwas zu tun? Es wäre schön, wenn so viel Ballast wie möglich abgeworfen werden kann, damit Platz für eine größere Freiheit im Leben entsteht. Und wer den Wunsch nach Erlösung aus der Inkarnationsschleife und dem endgültigen Heimgang zu Gott hat, sollte jetzt mit dem abschließen, was dem noch im Wege stehen könnte.

 

 

 

Als erwachte Seele steht man in der Unendlichkeit und Weite des ewigen Lebens. Die Sicht auf alles verändert sich dramatisch, wie es sich ein auf das kurze Erdenleben fixierter Mensch nicht vorstellen kann. Sicherlich wird man weiterhin als Hände Gottes auf der Baustelle Erde wirken, doch mit einer ganz anderen Perspektive und Haltung. Daher ist es wichtig, die Auffälligkeiten, die in der gestrigen Betrachtung zutage getreten sind, zu verändern. Das sind: Raum schaffen, wo bisher noch Enge herrscht, Loslösung erarbeiten, wo noch Abhängigkeit besteht und Aufräumen, wo noch Unordnung ist.

 

 

 

Das Anliegen dieser Aufforderung wird am besten in einer kleinen Geschichte wiedergegeben:

Ein Bergsteiger fand in einem Nest ein Adlerjunges, welches kurz vor dem Verhungern war. Die Eltern schienen ums Leben gekommen zu sein, sodass es unversorgt blieb. Kurzentschlossen nahm der Bergsteiger das Junge zu sich und brachte es in seinen Hühnerhof. Dort wuchs der kleine Adler geborgen und gut versorgt auf, und fühlte sich wohl. Er tat sein Bestes, so zu sein wie alle anderen in seiner Umgebung. Er versuchte Körner zu picken, was nicht so recht gelang. Auch konnte er weder krähen noch gackern, weshalb er immer trauriger wurde. Er war kein gutes Huhn, das merkte er mehr und mehr, trotz aller Bemühung. Doch er wusste einfach nicht, woran es lag. War er unfähig? Vielleicht sogar eine Missgeburt? Eines Tages, während er wieder mit gebeugtem Kopf im Sand scharrte, hörte er vom Himmel herkommend laute Geräusche. Er blickte nach oben und sah zwei riesige Adler über ihn kreisen. Er hörte genau hin und erkannte, dass sie ihn riefen: „Blicke nach oben. Erinnere dich, wer du bist. Erhebe dich! Du kannst fliegen!“

 

 

 

 

Zu sich zu stehen und den Mut zu haben, sich und seinen spirituellen Werten treu zu sein und sie konsequent zu leben, ist wichtig auf dem Weg des Erwachens!

„Das Licht nicht unter einen Scheffel stellen, denn dort ist es sinnlos“ wird durch diesen altbekannten Spruch sogar eingefordert. Denn die Welt braucht das Gute, das Lichte, das Friedliche und das Gütige. Sie braucht den spirituellen Geist, der von diesen Werten getragen in der Welt wirkt, sich einsetzt und sich zeigt. Sich zu verstecken aus Angst, nicht verstanden zu werden oder womöglich Angriffen ausgesetzt zu sein, ist KEIN Argument. Man braucht nicht viele Worte zu machen oder große und wichtige Bücher zu schreiben. Einfach leuchten und die spirituellen Werte auszustrahlen, und sie dort einzusetzen durch Wort und Tat, wo es eingefordert wird oder sinnvoll ist, reicht völlig!

 

 

 

Ist die Seele vollständig erwacht und hat erkannt, dass sie mehr ist als nur ihr irdisches Leben, wird sie eine große Überraschung erleben! Denn in ihrem Grunde wohnt der Geist Gottes selbst als Ursache und Herr ihres Lebens!

Er durchstrahlt sie mehr und mehr, sodass ihre Schönheit der Welt und den Menschen offenbart wird. Dann ist die erwachte Seele ein Kanal für das Wirken Gottes, so, wie es schon immer für uns gedacht war. Der Mensch wird geheiligt durch die erwachte Seele, die durch Gottes Gegenwart geheiligt wird. Das göttliche Licht strahlt so in die Finsternis des persönlichen Lebens und lädt ein, ihm zu folgen. Das ist die Vollendung, Erlösung. In der Bibel gibt es einen schönen Hinweis dazu:

 

"Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir."

Galater 2,20

 

 

 

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gutes Gelingen.

©Manuela Schindler - Dezember 2019